Konzeption

1 Grundsätzliches zur Offenen Kinder- Jugendarbeit

1.1 Zur Bedeutung der offenen Kinder- und Jugendarbeit
1.2 Gesetzliche Verankerung


2 Ortsspezifische Rahmenbedingungen

2.1     Entstehungsgeschichte der Einrichtung
2.2     Beschreibung der geographischen Lage
2.3     Beschreibung der Einrichtung
2.3.1  Räumlichkeiten
2.3.2  Ausstattung
2.3.3  Finanzierung
2.3.4  Personal


3 Ziele und Schwerpunkte Offener Jugendarbeit

3.1     Pädagogische Grundsätze
3.2     Methoden und Umsetzungsformen
3.2.1  Offen angelegte Treffmöglichkeiten
3.2.2  Beratendes Gesprächsangebot
3.2.3  Spontane Aktionen
3.2.4  Angebote im Kreativ- und Bildungsbereich
3.2.5  Projekte mit Zielgruppen
3.2.6  Erlebnisorientierte Freizeiten


4 Zielgruppen

4.1 Kinder und Jugendliche
4.2 Ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen


5 Kooperationen

5.1 Örtliche Ebene
5.2 Überörtliche Ebene


6 Öffentlichkeitsarbeit


7 Nachhaltigkeit und Qualitätskriterien

 

 

1 Grundsätzliches zur Offenen Kinder- und Jugendarbeit

1.1 Zur Bedeutung der offenen Kinder- und Jugendarbeit


Die Individualisierung von jugendlichen Lebenslagen und die Pluralisierung von Lebenstilen ist
auch für junge Menschen im Kreis Borken prägend. Durch diese und andere
gesamtgesellschaftliche Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten- ausführlich im
Jugendhilfeplan des Fachbereiches Jugend und Familie beschrieben- wächst die Bedeutung der
offenen Jugendarbeit.
Fazit dieser Veränderungen ist die Erkenntnis, dass die Jugend als eine bekannte homogene
Gruppe nicht mehr existiert. Die zunehmende Aufsplitterung in unterschiedliche Jugendszenen,
die sich in Cliquen formieren, stellt eine Herausforderung an die offene Jugendarbeit dar. Auf der
Grundlage dieser sozialwissenschaftlichen Erkenntnisse muss die offene Jugendarbeit mit
Angeboten antworten, die auf den veränderten und vielfältigen Bedürfnissen der Jugendlichen
basieren.
Sich an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen zu orientieren, bedeutet für die offene
Jugendarbeit ein höheres Maß an professioneller Begleitung, insbesondere in den Zeiten, in
denen Umbrüche und Gefährdungen den Lebensalltag bestimmen.
Dazu gehört die Auseinandersetzung und Kooperation mit anderen Feldern der jugendlichen
Lebenswirklichkeit im Sozialraum, wie z.B. die Schule.
Jugendeinrichtungen werden so zu einem niedrigschwelligen Angebot der Jugendhilfe. ( S.
Rahmenkonzeption, Kreis Borken)


1.2 Gesetzliche Verankerung


Die Bedeutung der offenen Jugendarbeit wird vom Gesetzgeber explizit herausgestellt und erhält
somit einen allgemeinen erzieherischen und bildungspolitischen Auftrag.
Im § 11 des KJHG (Kinder- und Jugendhilfegesetzes) sind die wichtigsten Ziele der Jugendarbeit
nachzulesen:
Angebote der Jugendarbeit ” sollen an den Interessen jüngerer Menschen anknüpfen und von
Ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zu Selbstbestimmung befähigen und zu
gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.”
Durch die spezifische Benennung als Angebotsform im Absatz 2 des KJHG, erhält die Kinder
und Jugendarbeit einen allgemeinen und klar umrissenen erzieherischen und bildungspolitischen
Auftrag.

Im 3. Absatz des Kinder und Jugendhilfegesetzes werden die Schwerpunkte aufgeführt:


• Außerschulische Jugendbildung mit allgemeiner, politischer, sozialer, gesundheitlicher,
kultureller, naturkundlicher und technischer Bildung,
• Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit,
• Arbeitswelt-, Schul und familienbezogene Jugendarbeit,
• Innerdeutsche und internationale Jugendarbeit,
• Kinder- und Jugenderholung
• Jugendberatung


2 Ortsspezifische Rahmenbedingungen

2.1 Entstehungsgeschichte der Einrichtung


In der Sitzung des Gemeinderates vom 4.11.1997 wurde eine grundsätzliche Zustimmung zur
Errichtung eines offenen Kinder- und Jugendtreffs gegeben. Die Verwaltung der Gemeinde
wurde damit beauftragt, geeignete Räume für einen Kinder- und Jugendtreff ausfindig zu
machen.

In der Sitzung des Jugend- und Sportausschusses vom 25.11.1997 wurde in völliger
Übereinstimmung festgestellt, dass nach vorangegangener Besichtigung verschiedener
Räumlichkeiten die in der Lindenstraße 3 am geeignetsten seien. Als Trägerverein des Kinderund
Jugendtreffs wurde das Jugendwerk Heiden e.V. am 25.8.1998 gegründet.

Es folgte eine öffentliche Ausschreibung für die Einstellung eines staatlich anerkannten Erziehers
zum 01.11.1998. Nach vierwöchiger Einrichtungs- und Vorbereitungszeit feierte das Jugendwerk
Heiden e.V. am 05.12.1998 mit Teilnehmern des öffentlichen Lebens die Einweihung des
Kinder- und Jugendtreffs. Am 08.12.1998 öffnete der Treff seine Pforten letztendlich für die
örtliche Jugend.

Das Jugendwerk Heiden e.V. möchte ein umfangreiches sowie attraktives Angebot für die Kinder
und Jugendlichen in Heiden bieten. Aufgrund der hohen Besucherstruktur wurden die
Räumlichkeiten an der Lindenstraße zu klein. Am 18.01.2001 wurde in der
Mitgliederversammlung die Verlegung zum Alten Kirchplatz beschlossen. Der Kinder- und
Jugendtreff öffnete die neuen Räumlichkeiten am 01.04.2001.

Die Grundfunktionen der offenen Kinder- und Jugendarbeit beinhalten Prävention, Bildung,
soziales Lernen wobei die Freizeitgestaltung im Vordergrund steht. Durch den stetigen Zuwachs
an Besuchern ist das Jugendwerk Heiden e.V. mit einer halben Stelle nicht mehr in der Lage,
diesen elementaren Grundfunktionen nachzukommen. Daher wurde es unerlässlich die Stelle in
eine Vollzeitstelle umzuwandeln und den Kindern und Jugendlichen in Heiden Räunlichkeiten
für 28 Stunden die Woche zu bieten. Nach dem Einstimmigen Beschluss der
Mitgliederversammlung am 26.01.2006 sollte der Kinder- und Jugendtreff nun täglich öffnen.

Im Hinblick auf eine gesamtliche bauliche Veränderung am "Alten Kirchplatz " könnte zükunftig
das Haus ,Alter Kirchplatz 2, nicht mehr zur Verfügung stehen. Im Vorfeld hierzu sind
Überlegungen angestellt worden, den Kinder- und Jugendtreff möglicherweise in die
Räumlichkeiten des Sportgebäudes, Am Sportzentrum 1c., zu verlegen.

In der Mitgliederversammlung vom 26.01.2006 wurde die Verlegung zum Sportzentrum
beschlossen. Nach dreiwöchiger Einrichtungs-und Vorbereitungszeit feierte das Jugendwerk
Heiden e.V. am 15.10.2006 mit Teilnehmern des öffentlichen Lebens die Einweihung des
Kinder- und Jugendtreffs.
Auf Beschluss des Jugend- und Sportausschusses wurde das Jugendwerk Heiden gegründet. Es
führt seither den Namen: Jugendwerk Heiden e.V.
Vereinsmitglieder sind 7 vom Schul-/ Jugend-/ Sport- und Kulturausschuss der Gemeinde
Heiden, der Bürgermeister bzw. sein Allgemeiner Vertreter, 2 Personen des
Gemeindesportverbandes, 1 Person des Akkordeon-Clubs, 1 Mitglied des KAB-Familienkreises,
1 Mitglied der AWO, 1 Mitglied des "Kids"Adoptiv- und Pflegeelternkreises.


2.2 Beschreibung der geographischen Lage

Der Kinder- und Jugendtreff des Jugendwerk Heiden e.V. liegt südlich im Wohnort Heiden.
Mit Blick auf die Situation der Gemeinde Heiden fallen die veränderten Strukturen durch den
Zuwachs der Bevölkerung deutlich auf. Neben dem gewachsenen Ortskern, sind die seit den 80
er Jahren entstandenen und entstehenden Wohngebiete geprägt von einer hohen Anzahl junger
Familien. Rund um das Jugendwerk Heiden e.V. kann von einer niedrigen alterstrukturellen
Bevölkerungsschicht ausgegangen werden. Ebenso befinden sich in der Gemeinde Heiden knapp
100 zu betreuende Asylbewerber, die in zwei Unterkunftsbereiche untergebracht sind, die eine
hohe Kinderzahl aufweisen.

Der Kinder- und Jugendtreff selbst ist in Gemeindeeigenen Räumen am Sportzentrum
untergebracht. Um die Einrichtung herum, befinden sich das Heidener Spaßbad, der Fußballplatz
vom FC Viktoria Heiden sowie das Freizeithaus und die Mehrzweckhalle. Der Kinder- und
Jugendtreff befindet sich nur wenige Minuten vom Ortskern der Gemeinde.

Zu der Gemeinde Heiden gehören unter anderem eine Grundschule, eine Hauptschule und drei
konfessionell gebundene Kindergarteneinrichtungen sowie ein Waldkindergarten.

In der Freizeit der Kinder und Jugendliche spielen Sportvereine (Fußball, Badminton,
Leichtathletik (etc) Musikvereine und eine Musikschule, das Frei- und Wellenbad und die
kirchliche Kinder- und Jugendarbeit der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinden
eine Rolle.

Im Bereich der nicht konfessionell gebundenen Jugendarbeit gibt es neben dem Jugendwerk noch
die AWO, die ihren Schwerpunkt auf den zeitlich minimierten Kinderbereich gelegt hat.
Kommerzielle Freizeiteinrichtungen sind im Ortsgebiet der Gemeinde Heiden nicht vorhanden.

 

2.3 Beschreibung der Einrichtung

2.3.1 Räumlichkeiten


Die Räumlichkeiten des Kinder - und Jugendtreffs befinden sich in der obersten Etage, der
ehemaligen Schwimmmeisterwohnung, welche ausschließlich vom Jugendwerk Heiden e.V.
genutzt wird. Die Einrichtung weist eine Größe von ca. 102qm auf. Diese unterteilt sich in drei
Räume sowie Küche, Bad und WC. Die Räume selbst sind aufgeteilt in zwei Gruppenräume und
einen Büroraum. Vor dem Eingangsbereich des Gebäudes gelangt man zu einem netten kleinen
Garten von ca. 40qm.


2.3.2 Ausstattung


Mobiliarmäßig ist der Kinder- und Jugendtreff entsprechend gut ausgestattet. An technischen
Geräten stehen eine Musikanlage, drei Computer mit Internetanschluss, ein Videorecorder, eine
Satellitenanlage mit Fernseher und eine komplett ausgestattete Küche mit elektrischen Geräten
wie u.a. Backofen, Kühlschrank und Mikrowelle zur Verfügung.
Der Kinder- und Jugendtreff besitzt zudem ein Kicker- Gerät, ein Löwen-Tunierdartgerät und
eine umfangreiche Sammlung von Gesellschaftsspielen.


2.3.3 Finanzierung


Die Kosten/Finanzierung der Einrichtung teilen sich wie folgt auf:
- ca. 55% Zuweisung und Zuschüsse des Kreises Borken -Personalzuschuß-
- ca. 45% Zuweisung und Zuschüsse der Gemeinde Heiden


2.3.4 Personal


Der Kinder- und Jugendtreff wird z.Zt. von einer Diplom- Sozialpädagogin mit einer 38,5
Stunden Stelle geleitet.

Die Hausaufgabenbetreuung, Raumpflegerische Dienste sowie weitere Einzelprojekte werden
von Honorarkräften übernommen. Hinzu begleiten Praktikannten die Angebote in der Woche.


3 Ziele und Schwerpunkte Offener Jugendarbeit

3.1 Pädagogische Grundsätze


Offene Jugendarbeit nimmt den Jugendlichen selbst in seiner Ganzheitlichkeit in den Blickpunkt.
Deshalb muss sie dem Jugendlichen gegenüber frei von kommerziellen, parteipolitischen und
ideologischen Interessen sein. Der junge Mensch selbst mit seinen Bedürfnissen ist Thema, Inhalt
und Programm der offenen Jugendarbeit.

Grundvorraussetzung der offenen Kinder- und Jugendarbeit sind die Prinzipien der Freiwilligkeit
und Offenheit.
Ziel aller Bemühungen ist die Förderung und Unterstützung der Persönlichkeit. Die Stärkung des
Selbstbewusstseins, die Befähigung zur Selbstbestimmung geschieht dabei durch das Erkennen,
Aufgreifen, Entwickeln und Vertiefen persönlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten, durch
Bestätigung und Erfolg. Die soziale Kompetenz wird durch das gezielte Einüben von
Verantwortung, durch unterschiedliche Formen der Mitbestimmung und Mitgestaltung gefördert.
Voraussetzung für erfolgreiche offene Kinder- und Jugendarbeit ist eine professionelle
Beziehungsarbeit zwischen pädagogischen Fachkräften und den Besucherinnen und Besuchern.
(S. Rahmenkonzeption “Offene Kinder und Jugendarbeit)


3.2 Methoden und Umsetzungsformen

3.2.1 Offen angelegte Treffmöglichkeiten


Grundsatz der offenen Kinder- und Jugendarbeit ist die Offenheit und Freiwilligkeit.
Der offene Treff bildet den Zentralkern eines jeden Jugendtreffs. Hier wird es dem Jugendlichen
in einer gemütlichen Atmosphäre ermöglicht, Begegnung zu erleben.

Einerseits findet hier Begegnung in einem Raum statt, der weitgehend freigehalten ist von
pädagogischen Ansprüchen, Erwartungen und Vereinnahmung. Andererseits hat dieser Raum
eine standartgemäße Ausstattung (von z.B. Stereoanlage, Kickerautomat, Dartgerät und einer
großen Auswahl an Gesellschaftsspielen). Außerdem erscheint nach Einschätzung und
Abstimmung der Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen der Einsatz eines Computers, u.U. mit
Internetanschluss, sinnvoll. Des weiteren wird dem Jugendlichen hier die Möglichkeit gegeben,
Kommunikation, Geselligkeit und gemeinsames Erleben zu erfahren. Es treffen sich
FreundInnen, um zu verbirgen, etwas gemeinsam zu spielen, den neuesten Klatsch und Trasch
auszutauschen oder einfach um bei Musik “abzuhängen”.

Ein festes Programm ist nicht zwingend erforderlich. Vielmehr steht die Freiwilligkeit im
Vordergrund. Gibt es einen Programmpunkt, kann der Besucher jederzeit entscheiden, ob er ohne
große Verpflichtungen an dem Veranstaltungspunkt teilnehmen möchte. Gerade diese offen
angelegte Treffpunkt bietet dem Jugendlichen die Chance, sich losgelöst von schulischer,
beruflicher oder familiärer Anforderung, zu präsentieren. Er kann relativ unkonventionell
Kommunikation und Interaktionsprozesse mit seinen Mitmenschen eingehen. So eröffnen sich
ihm eine Vielzahl neuer, ihm evtl. Unbekannter, Lernterritorien. Dem Mitarbeiter steht in diesem
Feld die Möglichkeit offen, unbefangen Kontakt mit dem Jugendlichen aufzunehmen. Er kann
hier insbesondere Fragen des Klientel, seine Sorgen und seine Bedürfnisse, kennen lernen und in
seine pädagogisches Handlungskonzept integrieren.

 

3.2.2 Beratendes Gesprächsangebot


Die sozialpädagogische Beratung und Begleitung, die praktische Vermittlung und das Aufzählen
von individuellen Lebenshilfen für einzelne Kinder und Jugendlichen findet sein Fundament
oftmals in der Beziehungsarbeit, die im offenen Treff ihre Niederkunft findet. Neben kurzen und
belanglos erscheinenden Gesprächen nehmen solche, die die individuellen Problemlagen eines
Jugendlichen betreffen, immer mehr Zeit in Anspruch. Zumeist werden aktuelle Themen aus den
Bereichen der Berufswahl, der Sexualität, Generationskonflikte, Beziehungen, Suchtproblematik,
sowie akute lebenstechnische Fragen zum Gesprächsthema. Dem Jugendlichen ist es bei diesem
Gespräch zu einem wichtig, einen Ansprechpartner zu haben und zum anderen, dass er eine
Person gefunden hat, die ihm zuhört und sich Zeit für einen nimmt. In erster Linie erhofft sich der
Jugendliche Rat und Entscheidungshilfe in schwierigen Lebenssituationen. In dem
Einzelgespräch muss die pädagogische Fachkraft klären, ob eine Weitervermittlung zu anderen
Fachstellen von Nöten ist. Ist dies nicht notwendig, muss geprüft werden, welche weitere
Zusammenarbeit sinnvoll und notwendig erscheint.


3.2.3 Spontane Aktionen


Der offene Treff der Kinder- und Jugendarbeit ist immer wieder Ausgangspunkt für spontane
Aktionen. Aus diesem Grund muss er über eine bestimmte Materialvielfalt verfügen, die es
ermöglicht, die in der Regel aus einer spontanen Idee heraus geborene Aktion in die Praxis
umzusetzen. Neben der evtl. neuen Impulsgebung für eine sinnvolle Freizeitgestaltung, spielt das
Erleben von Spaß und das Gefühl von Gemeinsamkeit und Identifikation eine große Rolle.


3.2.4 Angebote im Kreativ- und Bildungsbereich


Die Inhalte und die Arbeitsform müssen in dieser Angebotspalette der offenen Kinder- und
Jugendarbeit auf die gruppendynamischen und individuellen Berdürfnisse des Klientel
abgestimmt werden.

Es entstehen im besonderen die Möglichkeit, bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten neu zu
entdecken und weiter zu entwickeln. Bei den Veranstaltungen im Bildungsbereich wird den
Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, während eines begrenzten Zeitraumes und unter
Anleitung von Fachleuten Bildungsangebote wahrzunehmen. Beide Angebotsformen sind
geprägt durch zwei Komponenten:

1. Die Vermittlung von Wissen oder Fertigkeiten und
2. Den pädagogischen Interaktionsprozess.


3.2.5 Projekte mit Zielgruppen


Projekte sind Aktivitäten und Veranstaltungen, die in einem bestimmten Zeitrahmen festgelegte
inhaltliche Ziele erreichen wollen. Wichtig bei der Organisation ist, dass die Kinder und
Jugendlichen von Beginn bis zur Beendigung der Aktivität mit in den Planungsprozess und in die
konkrete Durchführung involviert sind. Oftmals zeigen die Jugendlichen in diesem Bereich ein
großes Interesse, da in den meisten Fällen ihre Kreativität gefordert ist. In dieser Arbeitsform
kann jeder Jugendliche Lernerfahrungen für das praktische Leben und Lernerfahrungen in
sozialdynamischen Prozessen gewinnen.

3.2.6 Erlebnisorientierte Freizeiten


Über einen längeren Zeitraum gemeinsam unterwegs sein, etwas gemeinsam unternehmen und zu
erleben, beinhaltet die Möglichkeit des sozialen Lernens, der Mitbestimmung und der
Mitbeteiligung für das Gelingen einer erlebnisorientierten Freizeit. Im Vordergrund bei der
Durchführung der Maßnahme steht in erster Linie der Erholungsaspekt der Kinder und
Jugendlichen. Während einer Freizeit haben sie die Chance, neue Leute kennen zu lernen und
sich außerhalb der familiären Grenzen zu bewegen. In dieser Atmosphäre sind die Jugendlichen
darauf angewiesen, ihren Platz in dem neuen Gefüge ausfindig zu machen. Sie müssen sich,
bedingt durch die verminderten Ausweichmöglichkeiten, auf den Prozess der
Auseinandersetzung und der Konfrontation einlassen. Zudem dient eine Ferienfreizeit der
Förderung der Toleranz, Weltoffenheit und Völkerverständigung, gerade, wenn sich ausländische
Jugendliche unter den Teilnehmern befinden oder die Freizeit im Ausland stattfindet.
Zusammendfassend bietet eine Ferienfreizeit dem Jugendlichen außer dem Erholungsaspekt ein
großes Sammelsurium der Lernerfahrung.


4 Zielgruppen

4.1 Kinder und Jugendliche


Die offene Jugendarbeit wendet sich mit ihren Angeboten an Kinder und Jugendliche selbst.
Angesprochen werden zunächst alle, wobei es kein Ziel sein kann, jede Clique, jede Gruppierung
in die offene Jugendarbeit zu integrieren. Besonderes Augenmerk müssen die pädagogischen
Fachkräfte allerdings auf die Jugendlichen verwenden, die an sonstigen verbandlichen,
vereinsgebundenen oder institutionalisierten Angeboten der Jugendarbeit nicht partizipieren. Auf
die altersgenmäß unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen muss die offene
Jugendarbeit mit adäquaten Angeboten reagieren.


4.2 Ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen


Ziel jeder offenen Jugendarbeit ist es, Jugendliche in die Planung und Gestaltung der Angebote
mit einzubeziehen. Dabei ist es wichtig ihnen einen eigenen Verantwortungsbereich zu
übertragen. Diese Verantwortlichen arbeiten somit kontinuierlich an der Weiterentwicklung der
Angebote mit.

Darüber hinaus dürfen Eltern und anderen Erzeihungsberechtigten nicht ausser Acht gelassen
werden.

5 Kooperation

5.1 Örtliche Ebene


Offene Kinder und Jugendarbeit hat die Verpflichtung, sich konstruktiv und aktiv die
Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen in ihrem Sozialraum zu erschließen. Hierzu
gehört vor allem der Austausch und die Auseinandersetzung mit anderen Trägern und Feldern der
jugendlichen Lebenswelt. Dazu zählen in erster Linie die örtlichen Vereine, Verbände und andere
Gruppierungen in der Jugendarbeit. Des weiteren ist die offene Kinder und Jugendarbeit dazu
angehalten, Kontakt zu sozialen Diensten und den vor Ort liegenden Schulen aufzunehmen.
Arbeitsziel der verschiedenen Gremien ist ein Austausch über die Umsetzung/ Organisation der
pädagogischen Methoden in dem jeweiligen Aufgabenfeld. Oberstes Ziel sollte eine kooperative
Vernetzung der unterschiedlichen Angebote sein. Offene Kinder und Jugendarbeit wird so zu
einem niedrigschwelligen Angebot.


5.2 Überörtliche Ebene


Ein gemeinsamer Austausch über die Entwicklung in der offenen Kinder und Jugendarbeit findet
in den Arbeitskreisen der Regionalbezirke statt. Diese Zusammenarbeit von Fachkräften der
offenen Jugendhäuser und der zuständigen MitarbeiterInnen des Fachbereiches Jugend und
Familie ist unabdingbar. Neben dem fachlichen Austausch findet die kollegiale Beratung
zwischen den hauptamtlichen Fachkräften statt. Einmal im Jahr findet ein vom Fachbereich
Jugend und Familie des Kreises Borken vorbereiteter Studientag statt. Bis zu zweimal im
laufenden Jahr findet im Zuständigkeitsbereich des Fachbereiches eine Fachtagung aller in der
Jugendarbeit beschäftigten MitarbeiterInnen zu einem aktuellen Thema statt. Das Angebot dient
der gemeinsamen Fortbildung. (S. Rahmenkonzeption “Offene Kinder und Jugendarbeit”, Kreis
Borken)


6 Öffentlichkeitsarbeit


Um der offenen Kinder und Jugendarbeit die notwendige Lobby zukommen zu lassen, bedarf es
einer breit gefächerten Kampagne, welche die Arbeit einer Einrichtung transparent macht. Der
breiten Masse ist zu verdeutlichen, welche Inhalte und Ziele die Kinder und Jugendarbeit
verfolgt. Dies kann zu einem effektiv in den regionalen Pressebezirken oder weiteren Medien
geschehen. Zum anderen kann eine detaillierte Berichterstattung in den unterschiedlichen
politischen und trägerspezifischen Ausschüssen und Gremien erfolgen. Für die Bevölkerung und
insbesondere für die Eltern/ Erziehungsberechtigten kann es von Bedeutung sein, zu erfahren
welche/ wann Aktionen stattfinden und welche Ziele mit der Veranstaltung verfolgt werden.
Außerdem ist es für die Kinder und Jugendlichen einer Einrichtung unerlässlich, über
Vorankündigungen/Programmzettel - Hefte von Aktionen des Hauses in Kenntnis gesetzt zu
werden.

 

7 Nachhaltigkeit und Qualitätskriterien


Durch die Umbruchtendenzen in der Gesellschaft und den daraus resultierenden
Umstellungsmechanismen brauchen die Kinder und Jugendlichen Anlaufstellen in Ihrer
Lebenswelt. Diese Räume sollten durch unterschiedliche Modalitäten gekennzeichnet sein. Zum
einen benötigen die Jugendlichen einen klar strukturierten, ansprechenden Raum und zum
anderen einen qualifizierten Ansprechpartner, der seinem Handeln kontinuierlich nachgehen
kann. Diese klar umrissenen Bedingungen helfen dem Jugendlichen bei seiner Entwicklung und
in der Orientierung in und an der Gesellschaft. Im Rahmen einer regelmäßigen Evaluation ist es
sinnvoll u.a. die Grundziele der offenen Kinder und Jugendarbeit, auf ihre Umsetzbarkeit und
Zielsetzung, in dem jeweiligen Sozialraum zu überprüfen und auszuwerten. Des weiteren muss
die Einrichtung die pädagogischen Methoden, welche sie einsetzt, in regelmäßigen Abständen
überprüfen und reflektieren, um bedarfsorientiert arbeiten und agieren zu können. Ebenso von
enormer Wichtigkeit ist es, der hauptamtlichen Kraft genügend Interventionsraum einzuräumen,
um ihr Handeln kritisch zu betrachten und die Arbeit in entsprechenden Arbeitskreisen zu
reflektieren und zu analysieren.

Die Jugendlichen der Gemeinde Heiden sollten den Jugendtreff als zentrale Informationstätte für
sich nutzen können. Sie sollen die Möglichkeit zur Unterstützung in jeglicher Lebenslage
bekommen. Eine Unterstützung, die gekennzeichnet ist vom niederschwelligen
Begegnungsaspekt.

 

Bitte hier klicken um die Konzeption des Kinder- und Jugendtreffs als PDF-Datei herunterzuladen.